die bilderwelten des malers d.d.
1.
nimm mich und schenk mir ein vergnügen
schenke mir sphären und ebenen,
die sich kreuzen, treffen,
vor einander fliehen,
farbspuren ziehen
und mich raten lassen.
2.
der wind streift über meine haut
und über deine auch
und übers wasser, den berg, sein haus, ihre stadt
und über das schaf und die kuh,ameisen, braunbären
und
über lachen und weinen,
freud und leid,
streiten und lieben,
krieg und frieden.
3.
es ist wie es ist
ich habe über uns ausgegossen
sonne und mond
das ganze universum
das leben
ich bin der donner im finsteren nichts
4.
mich raten lassen,
ob das spiegelglatte,
das unumwundene,
das aufblitzende,
mich trifft
zu einem tanz
hinaus in alle bunten ewigkeiten.
5.
als gott
mit dem maler frühstückte fragte er:
soll ich deine bilder umglänzen?
und der maler fragte:
bist du nicht der, der meine hand führt?
6.
als gott
mit dem maler im meer einher schwamm
fragte er:
soll ich dich erleuchten?
und der maler fragte:
willst du mensch werden in mir?
7.
ich weiss um den pinselstrich,
der aus dem gelenk hineinfühlt in die fingerwelt
und ganz dem überraschten auge diener ist.
8.
als ich erleuchtet war,
sah ich meine schönheit
und ich umfasste das universum
meine anmut blühte in den herzen der frauen
und sie lösten leicht ihr haar zum liebesspiel
ja so unermesslich ist mein geist
ja so schön kann erleuchtung sein.
9.
das nichts ist aus- oder fortgegangen,
vielleicht zum fischfang –
darum sitze ich am strand und zähle die zeit,
an die das nichts hinausgegangen
0 1 0 1 0 1 0 1.....
10.
blau ist meiner tiefen seele raum
und meiner seele wohnung
woraus ich an rote ufer trete
und mich versprühen lasse
wie ein samenerguß im mai.
11.
wogegen meine freiheit blau
und grenzenlos ist,
wie ein meer aufblüht
wenn du mir muse
einen kuss aufs dritte auge drückst.
12.
2 monde
3 monde, 5 monde, 8 monde
2 frauen, 3 frauen, 5 frauen, 8 frauen
1 mann, 4 männer, 2 monde, 5 frauen, 4 männer,
1 berg
3 männer, 2 frauen, 8 monde,
2 sonnen, 3 monde, 5 frauen, 2 männer.
13.
dieses bild, sagst du, ist sphärisch.
sphärisch frage ich – wo.
an seinen ecken und enden sagst du
wo sonst.
14.
geburt und tod nehmen dem dasein das spielerische
geben dir schwere und tiefe,
raum und zeit
überlassen dir ein – dein ich
für einen augenblick, eine illusion lang
in der hoffnung
es gäbe ein erwachen
15.
wenn ich nicht ich wäre,
wer wäre ich dann?
wer wäre ich dann?
wäre ich dann du?
(wenn du aber auch nicht du wärst,
wer wäre ich, wenn ich du wäre?)
du mein du
du mein ich
ich mein du
16.
chaos
wer bist du? wo ist er?
wann bin ich dran?
wohin will ich?
was tragst du? warum lacht er?
wie lebe ich? seit wann denkt er?
wieviel liebst du?
und sonst auch – ausserdem!
17.
was rot im bild
und mich wach fesselt ans blut
sagt man mir
ist mit vorsicht zu setzen
und kann schnell
als brand die fläche bestimmen.
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